Die Gesundheit der Mitarbeitenden ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Doch gesundes Verhalten lässt sich nicht einfach anordnen – es muss alltagstauglich und attraktiv sein. Hier kommt Nudging ins Spiel: eine Methode, die auf sanfte Weise dazu beiträgt, gesundheitsförderliche Entscheidungen wahrscheinlicher zu machen – ohne Zwang, Belehrung oder Verbote.
Was ist Nudging?
Der Begriff „Nudge“ stammt aus der Verhaltensökonomie und bedeutet so viel wie „Anstupser“. Beim Nudging geht es darum, Entscheidungen durch gezielte Gestaltung der Umgebung oder des Informationsangebots positiv zu beeinflussen, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken.
Ein klassisches Beispiel: Wird in der Kantine Obst auf Augenhöhe und Süßes etwas abseits platziert, greifen mehr Menschen zum Apfel – nicht, weil sie müssen, sondern weil es einfacher und naheliegender ist.
Warum Nudging im Unternehmen sinnvoll ist
Gerade im Arbeitsalltag treffen Mitarbeitende viele Entscheidungen unter Zeitdruck oder aus Gewohnheit. Nudging setzt hier an: durch kleine Veränderungen im Arbeitsumfeld wird gesundes Verhalten wahrscheinlicher – ganz automatisch, ohne großen Aufwand oder Widerstand.
Vorteile für Unternehmen:
- Gesundheitsförderung ohne erhobenen Zeigefinger
- Wirksamkeit wissenschaftlich belegt
- Niedrige Kosten, einfache Umsetzung
- Fördert Eigenverantwortung und Motivation
Praxisbeispiele: So funktioniert Nudging im Arbeitsalltag
1. Gesunde Wahl in der Kantine erleichtern
- Obst, Salate und Vollkornprodukte sichtbar und leicht zugänglich platzieren
- Wasser und ungesüßte Getränke am Anfang der Auslage anbieten
- Menüs mit Nährwertkennzeichnung versehen (z. B. Ampelsystem)
2. Bewegung im Büro fördern
- Drucker weiter entfernt vom Arbeitsplatz platzieren
- Treppen attraktiver gestalten als den Aufzug
- Meetingräume ohne Stühle für kurze Besprechungen einführen
3. Psychisches Wohlbefinden stärken
- Pausenräume freundlich und einladend gestalten
- Erinnerung an Pausen oder Bewegung per Bildschirmschoner oder Desktop-Hinweis
- Achtsamkeitsübungen oder kurze Entspannungseinheiten mit visuellen Reizen „anstoßen“
4. Digitale Gesundheit nudgen
- E-Mails nach Feierabend mit Hinweis „Muss nicht sofort beantwortet werden“
- Bildschirmzeiten über Tools oder Plugins visualisieren
- Regelmäßige, sanfte Erinnerung an ergonomische Haltung oder Bildschirmpausen
Erfolgsfaktoren für wirksame Nudges
Damit Nudges wirken, müssen sie:
- einfach und unaufdringlich sein
- nicht als Bevormundung wahrgenommen werden
- zum Alltag der Mitarbeitenden passen
- nicht übersteuert oder manipulativ wirken
- im besten Fall mit Mitarbeitenden entwickelt oder getestet werden
Fazit: Kleine Impulse mit großer Wirkung
Nudging ist ein wirkungsvolles Instrument, um gesundheitsförderliches Verhalten im Unternehmen zu stärken – subtil, alltagsnah und ohne Druck. Es hilft, die richtigen Entscheidungen einfacher zu machen, ohne Freiheiten einzuschränken. Für Betriebe, die Gesundheitsförderung wirklich leben und nicht nur verwalten wollen, ist Nudging ein echter Gewinn.
Thaler, R. H., & Sunstein, C. R. (2021). Nudge: The final edition. Penguin.
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